Es werde Licht! Warum Tageslicht für unseren Alltag eine Rolle spielt
An grauen Tagen sitzt man oft drinnen – im Büro oder zu Hause – und bekommt nur wenig natürliches Licht ab. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten fällt es vielen schwer, ausreichend Tageslicht in den Alltag zu integrieren. Dabei spielt Licht eine zentrale Rolle für unsere tägliche Orientierung und unseren natürlichen Rhythmus.
Doch was genau steckt eigentlich hinter dem Thema Licht?
Was ist Licht?
Licht ist für uns zunächst die Voraussetzung dafür, unsere Umwelt wahrzunehmen – Formen zu erkennen, Farben zu unterscheiden und Bewegungen einzuordnen. Darüber hinaus ist Tageslicht ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt, an den sich der menschliche Körper im Laufe der Evolution angepasst hat.
Das für den Menschen sichtbare Licht umfasst ein Farbspektrum von Violett bis Rot. Diese Farben unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge: Violett liegt bei etwa 400 Nanometern, Rot bei etwa 700 Nanometern.
Lichtfarben und Farbtemperaturen
Lichtquellen lassen sich anhand ihrer Farbtemperatur unterscheiden, die in Kelvin (K) gemessen wird. Licht mit höherem Blauanteil wirkt kühler (z. B. Tageslicht mit über 5.300 K), während Licht mit geringerem Blauanteil wärmer erscheint (z. B. Abendlicht mit etwa 2.700 K).
Der Blauanteil im Licht steht in Zusammenhang mit unserem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Helles, blauhaltiges Licht wird tagsüber wahrgenommen, während wärmeres Licht eher abends auftritt.
Licht und der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus
Trifft Licht auf die Netzhaut des Auges, werden im Körper verschiedene biologische Prozesse angestoßen, die mit dem Tagesverlauf in Verbindung stehen. Dazu zählen auch Botenstoffe wie Serotonin und Melatonin, die im Körper je nach Lichtsituation in unterschiedlichem Maß gebildet werden.
Während Serotonin vor allem tagsüber eine Rolle spielt, wird Melatonin bevorzugt bei Dunkelheit gebildet. Beide stehen in einem natürlichen Wechselspiel und sind Teil des individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus.
In den dunkleren Monaten nehmen viele Menschen weniger Tageslicht wahr. Das kann sich subjektiv auf Energielevel, Konzentration oder Stimmung auswirken. Um Innenräume heller zu gestalten, greifen manche auf künstliche Lichtquellen zurück, die sich in ihrer Farbtemperatur an Tageslicht orientieren.
💡 LIV-Tipp:
Abends kann es hilfreich sein, Bildschirme und starkes, blauhaltiges Licht bewusst zu reduzieren, um den Übergang in die Ruhephase zu unterstützen.
Tageslicht und Vitamin D
Natürliches Tageslicht erfüllt eine Funktion, die künstliches Licht nicht ersetzen kann: Es ermöglicht dem Körper die körpereigene Bildung von Vitamin D über die Haut.
Vitamin D kann entweder über bestimmte Lebensmittel aufgenommen werden oder wird – zu einem großen Teil – durch Sonnenlicht gebildet. Dabei spielt UV-B-Strahlung eine Rolle, die vom Körper umgewandelt wird.
Vitamin D trägt unter anderem:
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zur Erhaltung normaler Knochen bei
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zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
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zu einem normalen Calciumstoffwechsel bei
(zugelassene Health Claims gemäß EU-Verordnung)
Wie gut der Körper mit Vitamin D versorgt ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab – etwa Aufenthaltsort, Jahreszeit, Hauttyp oder Lebensstil.
💡 LIV-Tipp:
Wer unsicher ist, kann den eigenen Vitamin-D-Status ärztlich überprüfen lassen und sich bei Bedarf fachlich beraten lassen.
Fazit: Licht bewusst in den Alltag integrieren
Tageslicht ist ein natürlicher Bestandteil unseres Alltags und beeinflusst unseren Tagesrhythmus. Gerade in lichtarmen Monaten kann es sinnvoll sein, bewusster auf Lichtquellen, Tagesstruktur und Routinen zu achten.
Ob ein kurzer Spaziergang im Freien oder eine bewusste Lichtgestaltung in Innenräumen – kleine Anpassungen können helfen, den Alltag strukturierter und angenehmer zu gestalten.